Wussten Sie…
Warum ist das weltall dunkel obwohl die sonne scheint?
Kurze Antwort
Weil im Weltraum fast nichts ist, was Sonnenlicht streuen könnte. Auf der Erde verteilen Luftmoleküle das Licht über den ganzen Himmel, der deshalb blau leuchtet. Im Vakuum fliegen die Strahlen geradeaus vorbei: Sichtbar sind nur die Quellen selbst – Sonne, Sterne, beleuchtete Objekte –, dazwischen bleibt es schwarz.

Kein Streukörper, kein Himmelsleuchten
Licht wird erst sichtbar, wenn es ins Auge fällt. Der blaue Taghimmel entsteht, weil die Moleküle der Luft kurzwelliges Sonnenlicht in alle Richtungen ablenken: Aus dem gesamten Himmelsgewölbe kommt gestreutes Licht, das die Sterne überstrahlt. Oberhalb der Atmosphäre fehlt dieses Medium. Die Sonne brennt dort ungefiltert, doch der Raum neben ihr bleibt schwarz, weil kein Teilchen ihr Licht zum Beobachter umlenkt. Deshalb zeigen Aufnahmen von der Mondoberfläche gleißend helles Gelände unter tiefschwarzem Himmel, ohne jeden Übergang am Horizont.
Hell und dunkel liegen dicht beieinander
Dunkel heißt im All nicht energiearm. Die Strahlung ist nur streng gerichtet: Eine zur Sonne gewandte Fläche heizt sich stark auf, während die abgewandte Seite gleichzeitig auskühlt, weil keine Luft die Wärme verteilt. Auch Schatten sind hart, denn ohne Streulicht gibt es keine weichen Übergänge; Kanten wirken wie mit dem Messer geschnitten. Für Kameras bedeutet das extreme Kontraste, für Raumanzüge, Satelliten und Sonnensegel eine Bauweise aus Isolationsfolien, Beschichtungen und Radiatoren, die beide Extreme gleichzeitig aushalten muss.
Warum der Sternenhimmel den Raum nicht füllt
Bleibt die Frage, warum die unzähligen Sterne den Hintergrund nicht ausleuchten. Genau daran arbeitete sich die Astronomie im Olbers'schen Paradox ab: In einem unendlich alten, gleichmäßig mit Sternen gefüllten Universum müsste jede Blickrichtung gleißen. Sie tut es nicht, weil das Universum ein endliches Alter hat und uns daher nur Licht aus einem begrenzten Umkreis erreicht, und weil die Ausdehnung des Raums die Strahlung ferner Quellen ins Infrarote und in den Mikrowellenbereich verschiebt. Übrig bleibt ein Restglühen, das kein Auge sieht – und der Eindruck völliger Schwärze.
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