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Wie waschen sich Astronauten?
Kurze Antwort
An Bord der Internationalen Raumstation gibt es keine Dusche: Wasser fällt nicht, sondern haftet an der Haut. Die Besatzung wäscht sich mit einem feuchten Lappen, mit Seife und Shampoo ohne Ausspülen, und trocknet sich dann mit einem Handtuch ab. Das benutzte Wasser wird anschließend vom Lebenserhaltungssystem gesammelt und recycelt.

An Bord der Internationalen Raumstation fließt kein Wasser: Es bildet Kügelchen, die an Haut, Wänden und Geräten haften. Eine klassische Dusche wäre dort unmöglich und gefährlich für die Elektronik. Die tägliche Körperpflege folgt daher einem einfachen Prinzip: möglichst wenig nass machen und nichts entweichen lassen.
Waschlappen und Seife ohne Ausspülen
Die Besatzung entnimmt heißes Wasser aus einem Beutel mit Aufsatz, trägt es auf einen Waschlappen oder ein Handtuch auf und wäscht sich Bereich für Bereich. Die verwendete Seife und das Shampoo müssen nicht ausgespült werden: Man verteilt sie, massiert sie ein und wischt dann mit einem trockenen Tuch nach, das die Belüftung vollständig trocknen lässt. Lange Haare werden Strähne für Strähne behandelt. Vorverpackte Feuchttücher ergänzen das Ganze für Hände und Gesicht zwischen den Waschgängen.
Zähne, Rasur und Nägel
Das Zähneputzen ist klassisch, aber ohne Waschbecken: Der Astronaut schluckt die Zahnpasta oder wischt sie in ein Handtuch. Der mechanische Rasierer wird mit Gel benutzt, wobei die Klinge an einem Tuch gereinigt wird; der Haarschneider ist dagegen mit einer Absaugung verbunden, die die Haare auffängt, bevor sie sich in der Kabine verteilen. Die Nägel werden in der Nähe einer Lüftungsöffnung geschnitten, damit die Schnittreste in den Filtern landen, anstatt in der Schwebe zu bleiben.
Nichts geht verloren
Jeder Tropfen zählt, denn Wasser muss von der Erde gestartet oder an Bord rückgewonnen werden. Luftfeuchtigkeit, Kondenswasser und Urin werden gesammelt und anschließend vom Lebenserhaltungssystem aufbereitet, das daraus Trinkwasser gewinnt. Waschen von Kleidung hingegen gibt es nicht: Nichts wird gewaschen, alles wird bis zum Verschleiß getragen. Deshalb werden Handtücher und Kleidung auch mehrere Tage benutzt, bevor sie entsorgt werden. An Bord ist Sauberkeit ebenso eine Frage des Ressourcenmanagements wie des persönlichen Komforts.
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